Apr 042013
 

Wolfgang Amadeus Mozart - 6 Jahre altWas meinen Sie: haben sie? Haben sich die Eltern von Wolfgang Amadeus Mozart jemals Sorgen wegen der Schulnoten ihres „Wolferls“ gemacht?

Ich kann Ihnen versichern, das war nie der Fall. Wie ich mir dessen so sicher sein kann, wollen Sie wissen? Nun, Mozart ist nie zur Schule gegangen und hat deshalb auch nie Noten zur Bewertung seiner schulischen Leistungen bekommen. Ein staatliches Schulwesen wurde in Österreich erst 1774, also 18 Jahre nach Mozarts Geburt, eingeführt. Bis dahin waren Klosterschulen die einzigen Bildungseinrichtungen im Land. Sie zu besuchen, war ein Privileg, das nur Kindern offenstand, deren Eltern willens und finanziell in der Lage waren, das Schulgeld zu bezahlen.

Auch wenn sich viele hierzulande ein Kinderleben ohne Schule heute kaum mehr vorstellen können, hat es dem kleinen Mozart nicht im geringsten geschadet, nie zur Schule gegangen zu sein. Im Gegenteil: Hätte es zu seiner Zeit bereits eine Schulpflicht gegeben, hätte diese der Entwicklung des „Wunderkindes“ als gewaltiges Hindernis im Weg gestanden. Sie hätte beispielweise seine erste Konzertreise verhindert, die den damals Sechsjährigen Anfang 1762 nach München und anschließend über Passau nach Wien führte – in einer Zeit ohne Autos, Eisenbahn oder gar Flugzeug ein aufregendes und abenteuerliches Unternehmen, bei dem es gewiss mehr zu sehen, zu hören und zu lernen gab, als in unzähligen Schulstunden. Noten hat „das Wolferl“ für das unterwegs Gelernte natürlich nicht gekriegt.

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Mrz 262013
 

Hermann Bahr (1863 – 1934)

  • Unser Unterricht besteht ja darin, uns das Fragen abzugewöhnen, durch Antworten, mit denen wir nichts anfangen können.

Eduard von Bauernfeld (1802 – 1890)

  • Was predigt ihr den Wilden? Tut Not, erst die Gebildeten zu bilden.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

  • Alles, was uns begegnet, lässt Spuren zurück. Alles trägt unmerklich zu unserer Bildung bei.
  • Einseitige Bildung ist keine Bildung.

Carl Hilty (1833 – 1909)

  • Die Bildung kommt nicht vom Lesen, sondern vom Nachdenken über das Gelesene.

Robert Musil (1880 – 1942)

  • Die Erwachsenen begehen eine barbarische Sünde, indem sie das Schöpfertum des Kindes durch den Raub seiner Welt zerstören, unter herangebrachtem, totem Wissensstoff ersticken und auf bestimmte, ihm fremde Ziele abrichten.

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Feb 242013
 

SchwertFühren Schulen und Lehrer Krieg gegen unsere Kinder?

Das scharfe Schwert nicht aus der Hand geben„, lautet der Titel eines Berichtes in der Online-Ausgabe des Blattes „Der Westen“ vom 20.02.2013. Darin geht es um die Pläne der Landesregierung, das Sitzenbleiben in Niedersachsen weitgehend abzuschaffen, indem man schwache Schüler individuell fördert, statt sie auszugrenzen. Ein löbliches Vorhaben! Eine neue Idee ist das Ganze zwar nicht, aber eine gute. Im kleinen Bundesland Schleswig-Holstein ist sie längst Wirklichkeit geworden – in vielen anderen Ländern auf unserem Planeten auch und sowieso. Und in mancher Schule hierzulande bemühen sich Schulleitung und Lehrerschaft, das Sitzenbleiben aus eigenen Stücken durch gezielte Förderung versetzungsgefährdeter Schüler einzudämmen.

Kriegerisch fängt der Artikel an, und martialisch geht es weiter. „Von einem Glaubenskrieg„, lässt uns Helen Sibum, die Verfasserin des Artikels wissen, „ist gar die Rede.“ Wo sie das aufgeschnappt hat, verrät sie uns nicht. Naja, mit dem korrekten Zitieren ist das in Deutschland so eine Sache. Selbst die kürzliche zurückgetretene Bildungsministerin scheint ihre liebe Not damit gehabt zu haben – zumindest in jungen Jahren. Vielleicht gibt es aber auch gar nichts zu zitieren, weil sich Frau Sibum den markigen klingenden „Glaubenskrieg“ einfach selbst ausgedacht hat.

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Dez 232012
 

Grace Llewellyn: Das Teenager Befreiungs Handbuch: Glücklich und erfolgreich ohne SchuleWarnung: Lassen Sie dieses Buch auf keinen Fall in die Hände eines aufgeweckten Teenagers gelangen, den die Schule anödet. Er könnte sich der Fülle seiner Möglichkeiten und Stärken bewusst werden.

Die Verleger dieses Buches haben nicht nur immense Arbeit und Prozesskosten, sondern auch hohe Zwangsgelder (derzeit 7.500 €), Besuch vom Gerichtsvollzieher sowie die Androhung von Erzwingungshaft sowie ›weiterer Zwangsmaßnahmen‹ in Kauf genommen, um ihren Kindern das zu ermöglichen, was in diesem Buch beschrieben wird: Freies Lernen. Wer dieses Buch liest, wird verstehen, warum.

»Dieses Buch ist gefährlich. Es widerspricht allen üblichen Weisheiten über Schulabbrecher und die Wichtigkeit von Schulabschlüssen. Es wirkt belebend und inspirierend. Lassen Sie dieses Buch auf keinen Fall in die Hände eines aufgeweckten, frustrierten Jugendlichen gelangen, den das Schulsystem anödet. Die Autorin kann für das daraus möglicherweise entstehende Glück und das Gefühl von Eigenverantwortung keinerlei Verantwortung übernehmen.«

»Dein Leben, deine Zeit und dein Gehirn sollten keiner Institution gehören, sondern dir. Dieses Handbuch ist für alle, die jemals zur Schule gegangen sind, aber es ist ganz besonders ein Buch für Teenager und Leute, die viel mit Teenagern zu tun haben.«

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Okt 172012
 

Der populäre Bildungskritiker Peter Struck setzt sich mit den Ergebnissen der aktuellen Bildungsstudien und der durch sie ausgelösten Debatte auseinander.

Struck präsentiert eigene Konzepte zur Behebung der Mängel im deutschen Bildungssystem. Er tritt für ein partnerschaftliches Schulsystem ein, in dem der Lehrer sich als Lerncoach für seine Schüler versteht. (Primus Verlag)

 

Peter Struck: Die 15 Gebote des Lernens

Schule nach PISA

 


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