Auf die richtige Einstellung kommt es an
Wodurch unerscheidet sich ein Schüler mit guten von einem Schüler mit schlechten Noten? Vor allem durch eines: die innere Einstellung zu den eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten. Wer sich selbst gute Noten zutraut, wird sie früher oder später bekommen. Wer sich selbst für einen schlechten Schüler hält, braucht sich nicht zu wundern, wenn er nur schlechte Noten nach Hause bringt.
Über deine Noten entscheidet also in erster Linie das Bild, das du von dir selbst hast. Zum Glück ist dieses Selbstbild nicht angeboren. Du hast es selbst geschaffen (oder es dir von anderen einreden lassen) und kannst es deshalb auch jederzeit selbst ändern. Am besten fängst du gleich jetzt damit an.
Vermutlich sagst du dir selbst bei jeder sich bietenden Gelegenheit Sätze wie: “Das kann ich nicht!”, “Das ist mir zu schwierig!” oder “Dazu bin ich zu doof!” Stimmt’s? Schluss damit und zwar sofort! Tausche diese negativen Botschaften an dein Unbewusstes gegen positive aus, indem du jedes Mal fest entschlossen das Gegenteil behauptest: “Ich kann das!”, Das ist einfach!” und “Ich bin klug genug dafür!”
Anfangs kommt dir das wahrscheinlich etwas seltsam vor und vielleicht klingen diese Aussagen in deinen Ohren ein bisschen wie Flunkern. Mach dir nichts daraus. Wenn du konsequent bei deinen neuen, positiven Aussagen bleibst, werden sie sich bald völlig richtig anhören. Und gute Noten werden dir beweisen, dass aus deinen “Flunkereien” Wirklichkeit geworden ist.
Schlechte Noten in gute zu verwandeln, soll so einfach sein?, fragst du dich jetzt vielleicht. Das kann ich nicht glauben!
Nun, Millionen und Abermillionen Menschen glauben an das Rezept und haben festgestellt: es funktioniert!
Allerdings reicht es natürlich nicht aus, wenn du die positiven Aussagen über deine Fähigkeiten und deine fabelhaften Noten nur hin und wieder und halbherzig vor dich hinmurmelst. Sprich sie mit aller Überzeugung aus, die du aufbringen kannst – im Stillen für dich selbst oder besser noch laut. Und achte darauf, dass sich keine negativen Aussagen mehr in deine Gedanken einschleichen. Dann verfügst du schon nach kurzer Zeit über die notwendige innere Einstellung, die dich von einem schlechten Schüler in einen guten verwandelt.
Lernen, das wollen wir nicht vergessen, musst du trotzdem. Aber das fällt dir mit der richtigen Einstellung viel leichter als je zuvor. Und es wird nicht lange dauern, bis du verblüfft feststellt: Lernen macht eine Menge Spaß!
Zwei Studenten in Paris
In ihrem Buch Ich lern einfach erzählt Iris Komarek von zwei Studenten, die – beide mit ähnlichen mittelprächtigen Französischkenntnissen ausgestattet – jeder für sich Urlaub in Frankreich machen.
Der eine von ihnen geht in Paris in ein Café, um Kaffee zu trinken. Weil er der festen Überzeugung ist, dass er sich mit seinem lausigen Französisch sowieso nicht verständlich machen kann, wird er bereits nervös, als der Kellner an den Tisch tritt. Unbeholfen nuschelt er seine Bestellung. Der Kellner, der die Unsicherheit des Studenten spürt, feixt und fragt noch einmal nach, was den Studenten dazu veranlasst, seinen Kaffee auf Englisch zu bestellen. Was lernt er aus der Situation? Ich kann kein Französisch und werde es auch sicher nie lernen.
Auch der andere landet in einem Café in Paris. Um einen Kaffee zu bestellen, dafür wird mein Französisch schon reichen, sagt er sich selbstbewusst. Seine Bestellung ist grammatikalisch nicht ganz korrekt, aber sie kommt laut und deutlich. Der Kellner fragt zwar nach, lächelt aber ermutigend. Der Student sieht das als Bestätigung und freut sich über die Gelegenheit, sein Französisch zu verbessern. Was lernt Student zwei aus der Situation? Mein Französisch ist noch nicht perfekt, aber es wird mit jedem Tag besser!
Was unterscheidet die beiden Studenten? Die Französischkenntnisse sind es nicht. Es ist die innere Einstellung, die dafür sorgt, dass der eine das Erlebnis als entmutigend, der andere als ermutigend erlebt.
“Ob du denkst, du kannst etwas, oder ob du denkst, du kannst etwas nicht – du hast auf jeden Fall recht.”
(Henry Ford / 1863 – 1947)
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