Jul 172012
 

Digitale Medien nehmen uns geistige Arbeit ab. Was wir früher einfach mit dem Kopf gemacht haben, wird heute von Computern, Smartphones, Organizern und Navis erledigt. Das birgt immense Gefahren, so der renommierte Gehirnforscher Manfred Spitzer.

Die von ihm diskutierten Forschungsergebnisse sind alarmierend: Digitale Medien machen süchtig. Sie schaden langfristig dem Körper und vor allem dem Geist. Wenn wir unsere Hirnarbeit auslagern, lässt das Gedächtnis nach. Nervenzellen sterben ab, und nachwachsende Zellen überleben nicht, weil sie nicht gebraucht werden.

Bei Kindern und Jugendlichen wird durch Bildschirmmedien die Lernfähigkeit drastisch vermindert. Die Folgen sind Lese- und Aufmerksamkeitsstörungen, Ängste und Abstumpfung, Schlafstörungen und Depressionen, Übergewicht, Gewaltbereitschaft und sozialer Abstieg. Spitzer zeigt die besorgniserregende Entwicklung und plädiert vor allem bei Kindern für Konsumbeschränkung, um der digitalen Demenz entgegenzuwirken. (Droemer)

Manfred Spitzer: Digitale Demenz

Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen


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Sep 022011
 

Die Montessori-Pädagogik ist der erste konsequente Versuch einer Erziehung ohne Zwang. Ihr Ziel ist der „Neue Mensch“, frei von Konflikten zwischen Gehorsam und Widerstand, Leistung und Freude, Schule und Gesellschaft. Die Autorin weiß – und spricht es auch aus -, dass dieses Ziel nicht ohne eine „unblutige Revolution“ der Erziehungssysteme zu erreichen ist, eine Revolution, die eine neue Form des Zusammenlebens und Zusammenarbeitens eröffnet. Die Montessori-Pädagogik, obwohl schon vor Jahrzehnten entworfen, ist eine unverfälschte „antiautoritäre Erziehung“, allerdings eine solcher die sich nicht auf eine Utopie, sondern auf die Erfahrungen von Montessori-Schulen in 40 Ländern der Welt stützt. Der „Geist“ des Kindes ist mehr als nur Bewusstsein. Er ist das Organisationsprinzip eines Lebens, das auf Freiheit angelegt ist und über die Selbstverpflichtung zur Arbeit in eine neue Solidarität führt.

Es ist kein Zufall, dass diese Friedenspädagogin nach Indien gerufen wurde. In Indien wurde dieses Buch auch geschrieben, in dem die weltbekannte Pädagogin ihre Gedanken zur allgemeinen und zur schulischen Erziehung zusammenfasst.

Darin sind auch die Themen verarbeitet, die in den früheren psychologischen und medizinischen Werken der Autorin nicht berücksichtigt werden konnten, wie die Tiefenpsychologie, die Regression, die Kriminalität, die Normalisierung, die Sozialität. Die lebendige Sprache und einfache Darstellung machen es möglich, eine pädagogische Grundkonzeption als Ganzes aufzunehmen, die weit über die zeitgebundenen Problemstellungen hinaus das Grundanliegen der modernen Erziehung in einer sonst nirgends so getroffenen Weise erfasst und eine konkrete Zukunft entwirft, die auch noch für die modernsten Reformpläne vorbildlich und maßstäblich sein kann.

Konkrete Ausführungen zur Problematik, die man heute mit dem Stichwort der Gesamtschule bezeichnet, zur Disziplin in der Schule, zur Sprachentwicklung, zum Schreib-Lese-Unterricht, zur modernen mathematischen Didaktik, zur Arbeitserziehung, zur vorschulischen Bildung, zur menschheitlichen Gesinnung werden dem Buch eine weitreichende konkrete Wirksamkeit sichern. (Herder)

Maria Montessori: Das kreative Kind – Der absorbierende Geist


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