Aug 102012
 

An unseren Schulen herrscht Bulimie-Lernen. Lehrstoff wird ungekaut heruntergeschlungen und unverdaut wieder erbrochen für Prüfungen. Nachhaltigkeit gibt es nicht. Von Einsicht und Verstehen keine Spur! Gerade das Wichtigste wird zu allererst vergessen oder niemals verstanden.

Es verbleibt ein Pseudowissen, was nur deshalb kaum auffällt, weil die ganze Gesellschaft an der Bildungshochstapelei teilhat. Der Mündige Bürger ist ein Phantom! Das – und nicht die PISA- oder eine sonstige Pseudokatastrophe – ist die wahre Bildungskatastrophe!

Der Umfang der Lehrpläne muss um mindestens 90 Prozent gekürzt werden. Dann wird das Wissen, das tatsächlich übrig bleibt, nicht nur viel größer sein als bisher, sondern auch viel essenzieller. Und der Leistungsdruck wird gleichzeitig deutlich verringert. (Spektrum Akademischer Verlag)

Thomas Städtler: Die Bildungs-Hochstapler

Warum unsere Lehrpläne um 90% gekürzt werden müssen


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Sep 162011
 

Das deutsche Schulsystem bekommt schon lange nur noch schlechte Noten. Zu wenig Geld, zu wenig Lehrer, überfrachtete Lehrpläne etc. Und so jammern sie denn auch alle: die Schüler, die Lehrer und wegen der PISA-Blamage neuerdings auch das erboste Volk.

Gejammert hat Enja Riegel nie. Statt mit einzufallen in den vielstimmigen Chor frustrierter Pädagogen, hat sie beherzt die Chance genutzt, als Direktorin für ihre Schule eigene Akzente zu setzen. 19 Jahre hat sie die Helene-Lange-Schule in Wiesbaden geleitet und aus ihr still und heimlich so etwas wie eine Vorzeigereformschule gemacht. Wie sie das gemacht hat und mit welch zum Teil verblüffenden Ergebnissen, erläutert sie in diesem Buch sehr anschaulich.

Da gibt es beispielsweise immer wieder mal bis zu vier Wochen dauernde „Theater-Intensivphasen“, während der die Schüler nichts anderes tun als Theater zu spielen. Kein normaler Unterricht, keine Klassenarbeiten, keine Schulaufgaben. „Die Zeit, die fast alle unsere Schüler im Laufe ihrer Ausbildung für das Theaterspielen aufwenden, ist erheblich“, so die Autorin. „Das verringert natürlich jene Zeit, die für den Fachunterricht zur Verfügung steht. Im Vergleich zu anderen Schulen haben unsere Klassen weniger Mathematikstunden, sie sitzen nicht so oft im Englischunterricht und haben sich mit Naturwissenschaften seltener beschäftigt als in den Rahmenrichtlinien vorgesehen. Dennoch scheinen sie nicht weniger zu wissen. Bei den Vergleichsuntersuchungen der letzten Jahre (TIMSS und PISA) haben die Schüler unserer Schule überdurchschnittlich gute Ergebnisse gehabt.“

Und auch dies ist ein erstaunlicher Effekt: Aufgrund der intensiven Projekt- und Teamarbeit verbringen die Lehrer deutlich mehr Zeit in der Schule als üblich. Trotzdem hat sich ihr Krankenstand halbiert. Ein lesens- und bedenkenswerter Erfahrungsbericht! (© Amazon.de / Hasso Greb)

Enja Riegel: Schule kann gelingen!

Wie unsere Kinder wirklich fürs Leben lernen


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