Okt 252011
 

Lange Zeit galt es in der Leichtathletik als unmöglich, eine Meile (1.609 Meter) in weniger als vier Minuten zu laufen. Wer immer es versuchte, scheiterte.

Jeder misslungene Versuch bestätigte automatisch die „Regel“ und ließ die „Schallmauer“ – in den Köpfen der Leichtathleten – wachsen und wachsen.

Durchbrochen wurde sie schließlich im Jahr 1954. Am 6. Mai dieses Jahres startete der englische Mittelstreckenläufer (und Neurologe) Roger Bannister seinen x-ten Rekordversuch – und dieses Mal mit Erfolg. Er lief die Meile in 3:59,4 Sekunden!

Damit erzielte er nicht nur einen persönlichen und einen neuen Weltrekord – er verwies gleichzeitig die „4-Minuten-Schallmauer“ ins Reich der Mythen und Legenden.

Plötzlich war die „unmögliche“ Meile-in-unter-vier-Minuten machbar! So dauerte es auch nur knapp sieben Wochen, bis Bannisters bahnbrechender Rekord Geschichte war, als der Australier John Landy am 21. Juni die Meile in 3:57,9 rannte.

Weitere Bestzeiten über die Meilen-Distanz folgten, und zur Zeit liegt der Rekord, den der Marokkaner Hicham El Guerrouj seit 1999 hält, bei 3:43,13.

Die 4-Minuten-Schallmauer ist ein hervorragendes und gut belegtes Beispiel dafür, wie imaginäre Grenzen, die lediglich im Kopf existieren, in die alltägliche Wirklichkeit durchschlagen und Dinge als unmöglich erscheinen lassen, die es bei näherem Hinsehen nicht sind.

Vielleicht fragen Sie sich einmal, wo Ihre „Schallmauern“ liegen, die als Sie unüberwindlich sehen? Gut möglich, dass auch sie nur „Hirngespinste“ sind.

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